Trauern verboten! Droht jetzt die Zerschlagung der Familie?

Jugendamt benutzt Bilder einer am Grab ihres Kindes weinenden Mutter, um ihre Erziehungsfähigkeit anzuzweifeln

Das Jugendamt Steinfurt sorgt sich um unsere Kinder. Ein Beitrag im Magazin SAM, gedreht am frischen Grab unserer Tochter Lisa, soll nun zum Anlass genommen werden, die Mutter für erziehungsunfähig zu erklären. In einem Schreiben an das OLG Hamm (PDF), hier die Stellungnahme unseres Rechtsanwalts (PDF)(wo sind die Links?), werden unglaubliche Vorwürfe gegen uns erhoben - der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel. Wir dokumentieren hier ausführlich die Vorwürfe und nehmen Stellung.

Am 20. Februar 2007 schickt Frau Mechthild Kranz, eine Mitarbeiterin des Jugendamtes Steinfurt, einen Brief an das OLG in Hamm. Sie stellt fest:

Zitat: "Nach wie vor begegnen die Eheleute Haase den MitarbeiterInnen des Kreisjugendamtes Steinfurt mit großem Misstrauen. Die Inobhutnahme der Kinder wird von ihnen als so traumatisch erlebt, dass es Ihnen bis heute sehr schwer fällt, Vertrauen gegenüber dem Jugendamt aufzubauen."

Mal ganz abgesehen von der einfachen Tatsache, dass Vertrauen gegenüber einer Institution, die auf so infame Weise die Familie zerschlagen hat, sicher nicht leicht fällt, zeigen die folgenden Einlassungen von Frau Kranz (von der später noch die Rede sein soll), warum unser Misstrauen gegen diese Person voll und ganz gerechtfertigt ist.

Zitat: "Seit dem Sommer 2006 ist eine Zusammenarbeit mit der Familie kaum mehr möglich. (...) Die vor dem Amtsgericht Münster am 10.07.2006 besprochenen Umgangskontakte zwischen Maurice-Pascal und seinen Eltern wurden von den Eltern bedauerlicherweise nicht in dem Umfang genutzt, wie sie vonseiten Haases gewünscht waren. (...) Die beiden letzten Termine wurden von den Eltern nicht wahrgenommen."

Stimmt. Wurden sie nicht. Da wir ganz einfach nicht über die Termine informiert waren! Zwar sollen die Einladungen per Einschreiben versandt worden sein, allerdings - so wurde uns beschieden - hätten wir keinen Anspruch, die Einschreibbelege zu sehen. Vermutlich hatten die Mitarbeiter des Jugendamtes wenig Lust, uns zu sehen - denn nachdem wir feststellen mussten, dass deren Umgangsberichte erheblich von dem abwichen, was wir dort erlebten, bestanden wir darauf, einen Zeugen bei den Kontakten zur Seite zu haben.

Im weiteren Verlauf des Briefes zeigt sich, dass von Objektivität seitens Kranz keine Rede sein kann. So berichtet Kranz von unserem Umzug, der "angeblich" aufgrund erheblicher baulicher Mängel unseres Hauses nötig war - und zitiert unsere ehemalige Vermieterin dahingehend, wir hätten ein Jahr lang keine Miete gezahlt. Hätte sie ein wenig recherchiert, hätte sie diese Anschuldigungen problemlos widerlegen können. So stellt unser Anwalt in seiner Erwiderung lapidar fest:

Zitat: "Tatsache ist, dass die Kindeseltern wegen erheblicher Mietmängel die Miete gemindert hatten und dass sie gegen den Mahnbescheid der Vermieterin Widerspruch eingelegt haben. Eine Anspruchsbegründung der Vermieterin liegt bis zum heutigen Tage nicht vor."

Aber uns als Mietnomaden abzustempeln passt halt besser ins gewünschte Bild.

Ihr wahres Anliegen zeigt diese Mitarbeiterin jedoch gegen Ende des Briefes. Aussagen einer trauernden Mutter wie "Ich befinde mich in einem ganz tiefen schwarzen Loch" werden instrumentalisiert:

Zitat: "Die psychische Verfassung von Frau Haase gibt großen Anlass zur Sorge. Es stellt sich hier die Frage, inwieweit sie derzeit in der Lage ist, sich adäquat um ihre drei Töchter zu kümmern und deren Bedürfnisse zu erkennen und zu befriedigen."

Da fragen wir uns: Was kann der Sinn einer solchen Aussage sein, wenn nicht der, die Trauer einer Mutter um ihr Kind bedenkenlos für die eigenen Ziele auszunutzen? Wir haben Psychologen und Trauerbegleitern dieses Schreiben gezeigt und Fassungslosigkeit und Entsetzen ausgelöst. Wie kann man den Tod eines Kindes nur so ausschlachten! Also verfolgt Kranz ganz andere Ziele? Soll die unliebsame Kritik einfach abgestellt werden, in dem man die Kritiker als krank brandmarkt und wegsperrt? Joachim Heller, Professor für Strafrecht und Kriminologie, wertet solches Vorgehen:: "Es gibt eine ausgedehnte Praxis, 'Querulanten' und andere unliebsame Personen mit Hilfe des ärztlichen Sachverständigen mundtot zu machen."

Ganz am Ende ihres Schreibens kommt Kranz dann auf einen entscheidenden Punkt zu sprechen:

Zitat: "Für ein gelingendes Aufwachsen der drei Mädchen in ihrer Familie wäre nach Ansicht der Unterzeichnerin, eine Unterstützung des Familiensystem sicherlich hilfreich. Ein Mindestmass an Vertrauen in ein professionelles Helfersystem ist jedoch eine wesentlich Voraussetzung, um eine positive Zusammenarbeit zu gewährleisten."

Ja sicher!! Natürlich hat Kranz da vollkommen Recht! Obwohl der Albtraum bekanntermaßen damit anfing, dass wir damals diese Hilfe anfragten und daraufhin einen "Gutachter" bekamen, der uns die Kinder wegnahm, wären wir durchaus dankbar, wenn uns in dieser schwierigen Zeit ein "professionelles Helfersystem" zur Vefügung stehen würde!!
Und - wie richtig bemerkt - gehört dazu ein "Mindestmaß an Vertrauen". Wenn dieses Schreiben noch nicht ausreicht, um zu zeigen, wie weit Mechthild Kranz sich unser Misstrauen redlich verdient hat, rekapitulieren wir noch einmal unsere Erfahrung mit dieser Person, die ja nur das Wohl unserer Kinder im Sinn hat.

"Vertrauensbildung" seitens des Jugendamtes - eine Zusammenfassung

Als Frau Kranz das erste Mal bei uns war, hatten wir als Zeugen den Gutachter Herrn Professor Klenner und seine Frau bei uns. Beide waren nach dem Gespräch davon überzeugt, dass wenn sie nicht dabei gewesen wären, Frau Kranz uns (Zitat) "über den Tisch" gezogen hätte...

Mehrfach haben wir versucht, der Amtsleitung klar zu machen, dass eine Zusammenarbeit mit Frau Kranz nicht mehr möglich ist. Wir haben keinerlei Vertrauen zu ihr. Sie hat uns ihre Ansicht deutlich genug gezeigt und auch gesagt. Immer wieder versicherte die Amtsleitung, Frau Thomas-Klostermann und Herr Walter, dass Frau Kranz uns sehr wohlgesonnen sei...

Moderner Menschenhandel

Dann wurden im JA Gespräche geführt, wonach man uns dann folgendes Angebot machte (Angebot??? Sind wir im Supermarkt??): Wenn wir kooperieren, dann könne man eine Rückführung von Anna und Sandra durchführen - wenn wir uns einverstanden erklären, dass Maurice in der Pflegefamilie bleiben wird. Unser Anwalt Herrn Rummel sagte uns, wenn wir jetzt blockieren und sagen, dass wir alle drei wollen, bekommen wir vermutlich keines.

Also sind wir mündlich darauf eingegangen. Die Rückführung wurde angebahnt. Frau Kranz schmeckte das ganz und gar nicht. In diesem besagten Gespräch haben wir auch offen unser Misstrauen gegen Frau Kranz angesprochen. Man hat uns transparente Arbeit zugesagt, aber hinter unserem Rücken wurden Berichte geschrieben, die wir erst zu sehen bekamen, nachdem sie dem OLG vorlagen.

Irgendwann hat man uns dann zugesichert, dass nach der Rückführung von Anna und Sandra man an eine Rückführung von Maurice denken könne - nachdem wir angedroht hatten, jetzt einen Antrag auf engmaschige Umgangskontakte zu stellen. Nein, das könne man alles so regeln...
Als wir dann nach langer Zeit merkten, dass diese Worte nur heiße Luft waren, stellten wir einen Antrag auf Erweiterung der Umgangskontakte, da wir Maurice nur alle acht Wochen sehen durften. Im Juli 06 war es dann soweit.

Frau Kranz war in der Verhandlung sehr erbost darüber, dass wir hier mit ihr vor Gericht stünden. Sie fühle sich wie ein Verbrecher (da konnte sie sich mal vorstellen, wie wir uns seit Jahren fühlen). Sie wollte mit uns zusammen jetzt schauen, dass die Umgangskontakte engmaschiger werden, damit eine Rückführung gelingen könne. Wie unser Anwalt Herr Thiel passend dazu passend schreibt:

Zitat: "Relativ schnell stellte sich hieraus, dass die Äußerungen des Jugendamtes in der mündlichen Verhandlung vom 10.07.2006 schlichte Lippenbekenntnisse waren. Von einer angestrebten Abkürzung der Umgangsintervalle konnte seit dem 10.07.2006 keine Rede sein."

Wir zogen jedenfalls damals unseren Antrag auf Anraten von Herrn Thiel zurück und verließen uns auf die gemachten Zusagen.

Umgänge werden systematisch hintertrieben

Es kam, wie wir geahnt hatten. In kürzester Zeit wurde Maurice so gegen uns gedreht, dass wir keine Möglichkeit mehr hatten, mit ihm in einen guten Kontakt zu treten. Wie bekannt, fanden dann zwei Umgangskontakte ohne unsere Wissen statt und es wurde behauptet, dass wir einfach nicht gekommen wären. Der Junge wäre total verunsichert und da sei es doch verständlich, wenn er uns jetzt nicht mehr sehen wolle...

Wie denn auch! Unser Anwalt bringt es auf den Punkt:

Zitat: "Maurice-Pascal war immer weniger auf die Kontakte mit seinen leiblichen Eltern vorbereitet worden, angesichts der Tatsache, dass der Junge mit ca. 1,5 Jahren aus seiner Herkunftsfamilie herausgenommen wurde und insoweit Erinnerungen auf seiner Seite über die Zeit in seiner Familie nicht existieren, war die dadurch hervorgerufene ablehnende Haltung von Maurice gegenüber seinen Eltern kein Wunder."

Im Febuar hat man uns dann in einem Gespräch mitgeteilt (anwesend war Herr Thiel, mein Mann Josef und Frau Kauermann), man habe beschlossen, dass Maurice nicht mehr nach Hause kommt und die Pflegschaft jetzt von einer Offenen in eine Dauerpflege umgewandelt wird. Von Anfang an steckte Absicht dahinter und wir hatten wieder keine Chance!!

Bloß keine Zeugen!

Das Jugendamt Steinfurt wies uns einen neuen Mitarbeiter zu. Wir haben diesem klar erklärt: Er könne gerne kommen. Wir haben ja nichts zu verstecken und zu verbergen. Nur wollten wir darauf hinweisen, dass immer jemand Drittes anwesend sein wird, aufgrund der ständigen unwahren Berichte. Dies müsse erst abgeklärt werden, wurde uns beschieden - und wir hörten wochenlang nichts mehr. Als ich ihn dann ca vier Wochen später anrief, weil ein Schulgespräch anstand und er seine Hilfe bei solchen Gesprächen angeboten hatte, meinte er: "Sie wollen ja immer einen 'Zeugen' dabei haben!" Das müsse er erst abklären. Er würde sich melden. Na, dann nicht. Und eine Rückmeldung kam nie. Wenn man anständig arbeitet, hat man nichts zu verbergen also braucht man auch keine Angst haben, wenn jemand Drittes dabei ist oder ein Diktiergerät läuft. Jetzt wird behauptet, dass wir die Hilfen nicht annehmen.

Als wir im Sept.06 das Sorgerecht über Anna und Sandra zurück erhalten haben, haben wir die Auflage bekommen, dass wir weitere zwei Jahre das JA ins Haus bekommen - dagegen sind wir in Beschwerde gegangen. Vertrauen wird nicht geschaffen, in dem uns feindselige JA-Mitarbeiter mit Gerichtsbeschlüssen im Gesicht rumwedeln - wir wollen spüren, dass diese auf seiten der Familie sind - und zum Wohle der Kinder handeln.

Versuchte Destabilisierung

Die Vorwürfe, die Kranz nun vorträgt (Trauer um Lisa, angebliche Mietschulden, Kinder, die nach dem Tod eine Woche nicht in der Schule waren - was mit der Schulleitung abgesprochen war, nur davon ist im Brief nicht die Rede), sollen dazu dienen, dass die Beschwerde abgewiesen wird.
Das Ziel ist klar: Es geht nicht um das Wohl der Kinder, die ja deutlich aufgeblüht sind, seit sie wieder zu Hause sind. Es geht simpel darum, die Kritik am Vorgehen dieser Behörde zu ersticken. Wie praktisch wäre es doch, wenn man die Mutter einfach als durchgedreht abstempeln könnte.

 


Wo sind die PDF-Dokumente?

Nach Rücksprache mit unseren Anwälten haben wir die Original-Dokumente vom Netz genommen, da das entsprechende Verfahren nicht-öffentlich ist, wir bitten um Ihr Verständnis! Natürlich zitieren wir auf dieser Seite wortwörtlich.