Obwohl uns der Kontakt mit unseren Kindern verwehrt wird, haben diese Mittel und Wege gefunden, uns einige Briefe zuzuspielen. Drei davon wollen wir hier veröffentlichen, damit auch unsere Kinder zu Wort kommen können.
Brief von Lisa (damals 10 Jahre) an die fünfzehnjährige Ramona, datiert von Ende 2002:
Hi Ramona,
ich habe Deinen Brief bekommen! Die Weihnachtsgeschenke habe ich auch bekommen.
In der Schule habe ich Mama getroffen. Sie hat mir gesagt, dass Du bei ihr
wohnst.1 Ich hab Dich lieb. Eine Frage: kannst Du mir ein paar Fotos schicken?
Ich will, dass ich nach Hause komme, mit all meinen Geschwistern, dass unsere
Familie wieder zusammen ist. Aber nein, das BEHINDERTE Jugendamt lässt
unsere Wünsche nicht wahr werden. Ich könnte das SCHEISS Jugendamt
umbringen. Was ist eigentlich mit den Kindern von Möhrchen und Blacky?2
Ist H****** eigentlich gemein geworden? Lisa
1 Missverständnis; Ramona konnte vor dem Kinderentzug bereits ihr Zimmer
einrichten.
2 Lisas Kaninchen
Scan des Originalbriefes (PDF)
Folgender Brief von Lisa an Ramona stammt von Anfang 2003:
Hallo Ramona,
ich vermisse euch so doll, dass ich fast jede Nacht heule! Ich hasse das Jugendamt
dafür, dass sie uns ins Heim gebracht haben. Ich schenke euch die Fotos
damit ihr euch an mich erinnern könnt. Im Heim darf man keine Tiere haben,
das ist doof. Nico, Anna und ich halten gut zusammen. Grüß bitte
von mir Anna und von Nico Hans-Martin, Mathias, Sascha, Alex, Mama und Papa.
Ich habe auch neue Freunde gefunden. Auf einem Foto sind sie alle drauf. Sie
heißen Michel, Jenny, Lydia und Karina. Ich bin mit Jenny in einem Zimmer.
Sie ist nett, sie ist 11 Jahre alt und eine Belgierin. Ich finde, Mama war
eine gute Mutter. Ich finde, 500 Meter ist ein bißchen übertrieben.1
Lisa
1 Kommentar einer Zehnjährigen, dass ihre Eltern sich ihr nur auf 500
Meter nähern dürfen.
Scan des Originalbriefes (PDF)
Im Juli 2003 schrieb Ramona an das Oberlandesgericht Hamm:
Lieber Richter,
ich habe durch ein Telefonat mit meiner Mama von Ihnen erfahren. Ich bitte
Sie darum, sich der Sache anzunehmen. Meine Mutter ist nicht krank, dass muss
ich als eins ihrer Kinder ja am besten wissen. Ich bin ziemlich geschockt
und traurig darüber, dass solche Leute wie (Aufzählung der Verfahrensbeteiligten)
nach Lust und Laune Familien sozusagen auseinanderreissen. Ich finde, dass
diese Leute es gar nicht verdient haben, über andere zu bestimmen. Ich
und meine Schwester Lisa hatten schon immer eine besondere Bindung zueinander
(Wir gingen durch Dick und Dünn). Wir waren unzertrennlich. Als ich einen
Termin bei F**** hatte, lief alles genauso wie ich es erwartet hatte, sogar
noch schlimmer. Frau F**** versuchte mir regelrecht Sachen einzureden, wie
zum Beispiel "Deine Mutter ist krank, deine Geschwister sind gestört.
Anna natürlich auch, und Deine Geschwister sind glücklich und wollen
nichts von euch wissen, da sie keine Bindung an euch haben" Als ich sie
darauf hin mit den Fragen belastete, wieso Lisa sich zweimal umbringen wollte,
warum Anna und Sandra versuchen abzuhauen und Sandra an und zu mal einfach
anfängt zu schreien und das in ein Herzzerreißendes Weinen übergeht.
Sie antwortete nur: Jaja, das ist normal in dem Alter, das macht fast jedes
Kind. Manchmal bin ich echt verzweifelt. Heuzutage kann man niemandem vom
Jugendamt trauen, schade ist es auch, dass es dem Jugendamt nur ums Geld geht.
Ich hoffe, ich höre von Ihnen, Ramona Manneck.
Scan des Originalbriefes (PDF)
Dieser Brief wurde genau wie viele andere Briefe und Zeugenaussagen vom OLG
Hamm nicht gewürdigt.
Da die Liebe unserer Kinder und deren jetzige Not natürlich nicht in
das Bild der Kinderentzieher passen, wird derzeit wieder jeder Briefwechsel
von der Gegenseite unterdrückt. Sie werden wissen, warum sie das tun.
Folgender Ausriss aus der Neuen Revue daher ohne weiteren Kommentar:
